Appetitmangel

Kein Appetit? Meist ist das ein Symptom, dass etwas anderes nicht in Ordnung ist - zum Beispiel mit der Verdauung oder bei Stress.
Fehlt uns plötzlich der Appetit, ist das in der Regel eine Begleiterscheinung anderer Befindlichkeitsstörungen. Das können Störungen des Magen-Darm-Trakts oder der Verdauung sein, aber auch Stress wirkt sich bei manchen Menschen schnell auf den Appetit aus. Betrachte Appetitmangel daher als wertvolle Information, die dein Körper dir sendet - und lerne, sie zu verstehen.

Ursachen & Unterstützung bei Appetitmangel

Kurzzeitig ist reduzierter Appetit und dadurch eine verringerte Nahrungsaufnahme kein Problem. Hält der Zustand allerdings an und geht mit weiteren Symptomen einher, sollte eine Fachperson zugezogen werden, denn über längere Zeit droht ein Nährstoffmangel.

Während das Hungergefühl ein Zeichen des Körpers ist, dass er Energie benötigt, ist Appetit kopfgesteuert. Die ursprüngliche Aufgabe des Appetits war es zum einen, uns zum Essen zu verführen, wenn es etwas Essbares gab - auch ohne Hunger. Bei spärlichem Angebot ist das sinnvoll, beim heutigen Überfluss in reichen Ländern ist es allerdings oft kontraproduktiv und verführt uns, zu viel zu essen.

Zum anderen lässt der Appetit uns das Wasser im Mund zusammenlaufen, wenn wir leckeres Essen vor uns haben. Der Speichel ist bereits der erste Verdauungssaft, Appetit hilft somit bei der Verdauung. Hunger und Appetit gehören also zusammen, sind in unserer Überflussgesellschaft aber oft auch voneinander losgekoppelt.

Appetitverlust, um den Körper zu schonen
Verspüren wir plötzlich einen ungewöhnlichen Appetitverlust, ist das in aller Regel ein Zeichen dafür, dass etwas aus dem Gleichgewicht ist. Insbesondere, wenn das Immunsystem zu tun hat, bleibt der Appetit aus, damit der Körper nicht mit der Verdauung belastet wird. Für kurze Zeit oder bei offensichtlichen Befindlichkeitsstörungen, etwa einer Grippe, ist Appetitverlust und damit einhergehende reduzierte Nahrungsaufnahme kein Problem. Unter Umständen ist das sogar eine gesunde Reaktion des Körpers. Hält die Inappetenz allerdings an oder ist nicht eindeutig festzumachen, sollten Sie mögliche Ursachen abklären lassen.

Ursachen für Appetitverlust
Die Ursachen für Appetitverlust können vielseitig sein. Infektionen wie Erkältungen, Grippe, Magen-Darm-Infekte oder Ähnliches sind offensichtliche und häufige Ursachen. Auch in der Erholungsphase nach einem Infekt oder Verletzungen ist der Appetit oft noch geschmälert. Verdauung verbraucht Energie, welche der Körper in dieser Phase für die Erholung benötigt, weshalb er den Appetit auf Sparflamme reduziert.

Inappetenz begleitet Verdauungsbeschwerden
Auch eine gestörte Verdauung, etwa durch eine Dysbalance in der Darmflora oder durch Erkrankungen wie Zöliakie oder Laktose-Intoleranz, kann den Appetit schmälern. Abgesehen vom Appetitverlust gehen Verdauungsbeschwerden oft mit Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit oder Völlegefühl einher.

Stress und Appetit
Psychische Ursachen können einen Einfluss auf den Appetit haben: Stress, hohe Belastung oder auch Depression verursachen bei manchen Menschen Appetitverlust, während andere hingegen genau dann einen stärkeren Appetit verspüren.

Natürliche Appetitverminderung
Mit zunehmendem Alter nimmt der Appetit generell eher ab, Appetitverminderung kann dann auch eine ganz natürliche, unproblematische Erscheinung sein.

Appetitverlust durch Medikamente
Bei manchen Medikamenten ist Appetitverminderung oder -verlust auch als Nebenwirkung bekannt - nehmen Sie Medikamente ein, lesen Sie die Packungsbeilage und lassen Sie sich bezüglich der Nebenwirkungen aufklären und beraten.

Wann deutet Appetitverlust auf schwerere Erkrankungen hin?
Appetitverlust kann auch ein Symptom ernsterer Erkrankungen sein. Bei anhaltendem oder wiederkehrendem Appetitverlust sollte deshalb unbedingt ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden, insbesondere bei ungewolltem Gewichtsverlust, Mangelerscheinungen oder fehlender Energie. Bei kleineren Kindern oder Menschen mit chronischen Erkrankungen sollte man bei Appetitverlust schneller reagieren und ärztlichen Rat beiziehen.

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Natürliche Unterstützung bei Appetitmangel

Bleibt der Appetit länger weg und die Nahrungsaufnahme damit vermindert, sollten Sie zwingend eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, um ernsthafte Erkrankungen auszuschliessen. Besonders wichtig sind hierbei weitere Symptome. Konnten ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen werden und ist der Appetitverlust zum Beispiel auf Stress, eine unausgeglichene Darmflora oder Verstopfung zurückzuführen, können natürliche Heilmittel die Verdauung anregen und den Appetit fördern. Gleichzeitig sollte aber auch das grundlegende Problem bedacht werden.

Bitterstoffe wirken appetitanregend und verdauungsfördernd
Bitterstoffe sind ein häufig eingesetztes Mittel bei vermindertem Appetit. Sie regen die Verdauung an und fördern das Hungergefühl. Bitterstoffe sind natürlicherweise in vielen Pflanzen enthalten, zum Beispiel auch in Gemüsesorten wie Artischocke, Chicorée oder Rucola. Da sie aber eben bitter schmecken, werden bei der industriellen Nahrungsmittelproduktion Bitterstoffe möglichst reduziert. Dadurch nehmen wir immer weniger Bitterstoffe zu uns und haben zunehmend verlernt, die Bitterkeit zu schätzen.

Für unsere Verdauung sind Bitterstoffe allerdings sehr wichtig, denn sie regen den Fluss der Verdauungssäfte und die Darmtätigkeit an. Das verbessert nicht nur den Appetit, sondern fördert die Verdauungstätigkeit im Allgemeinen, insbesondere auch bei fetthaltigen Mahlzeiten, wodurch sich auch Völlegefühl und Blähungen sowie die Müdigkeit nach Mahlzeiten reduzieren. Liefert die Ernährung nicht genügend Bitterstoffe, können diese zum Beispiel durch Tropfen, Kapseln oder Bittertee ergänzt werden.

Ayurveda und das Verdauungsfeuer: Agni
Nach der ayurvedischen Heillehre ist unsere Verdauung ein Feuer, das sogenannte Agni. Nicht von ungefähr ist mit Agni dabei auch die Lebenskraft gemeint. Dies zeigt, welch wichtige Funktion weit über die Nahrungszersetzung der Verdauung zukommt. Bei gesunden, vitalen und lebensfrohen Menschen lodert das Agni, die Lebensflamme, hell und warm, während es bei Krankheit, Dysbalance oder bedrückter Stimmung nach und nach schrumpft. Ausserdem hat auch was und wie wir essen einen grossen Einfluss auf das Verdauungsfeuer.

Warme Speisen regen das Feuer an, während kalte Speisen und Getränke, Rohkost und eiweissreiche Kost das Agni eher löschen. Gewisse wärmende Gewürze fachen das Agni ebenfalls an, dazu gehören zum Beispiel Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel, Fenchel oder Zimt. Sie in den Speiseplan einzubauen, wirkt verdauungsfördernd. Fenchelsamen können zum Beispiel auch vor oder nach dem Essen zerkaut werden - vor dem Essen wirken sie appetitanregend, nach dem Essen unterstützen Sie die Verdauung.

Auch Ingwer wirkt nach ayurvedischer Heillehre stärkend auf das Verdauungsfeuer. Seine vielen positiven Aspekte, insbesondere für die Verdauung und den Magen-Darm-Trakt, sind heute auch in der westlichen Medizin weit verbreitet. Vor dem Essen eine heiss gebrühte Tasse Ingwertee oder einige Schlucke Ingwersaft zu trinken, weckt den Appetit und fördert die Verdauung.

Neben den Lebensmitteln und der Zubereitung spielt aber auch die Art und Weise, wie wir essen, eine wichtige Rolle. Im Idealfall nehmen wir uns für die Mahlzeiten genügend Zeit und konzentrieren uns währenddessen aufs Essen - am besten sitzend an einem Tisch, in einer ruhigen Atmosphäre. Handy und Fernseher können dabei getrost ausgeschaltet bleiben. Die Hauptmahlzeit sollte das Mittagessen darstellen, denn das Agni lodert mittags am stärksten.

Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Agni auf Sparflamme brennt, können Sie es mit verschiedenen Mitteln stärken. Trinken Sie morgens bald nach dem Aufstehen zum Beispiel 1 Glas warmes, ayurvedisch abgekochtes Wasser - das heisst also, Wasser, das mindestens 10 Minuten lang in der Pfanne gesprudelt hat. Mit regelmässigen, warmen, frisch zubereiteten und möglichst pflanzlichen Mahlzeiten in Bio-Qualität unterstützen Sie das Agni ebenfalls.

Tipps & Hausmittel gegen Appetitmangel

Kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen
Bei Appetitverlust zum Beispiel während einer Grippe oder in der Erholungsphase ist es empfehlenswert, auf den Körper zu hören, sich Essen nicht aufzuzwingen und die Verdauung zu schonen. Oft tun dem Körper in dieser Zeit mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt gut.

Ursachenbekämpfung: Stress besser begegnen
Liegt der Grund für den Appetitverlust eher in einem gestörten Tagesrhythmus, viel Stress oder unzureichender Entspannung, ist es wichtig, diese Ursache anzugehen und nicht nur den Appetit selbst zu fördern. Überdenken Sie Ihr Gleichgewicht und versuchen Sie, aktiv Momente der Entspannung in den Tag einzubauen, um Stress effektiv zu bewältigen, den Körper zu entspannen und damit auch die Verdauung zu stärken. Insbesondere Bewegung an der frischen Luft hilft nicht nur, den Geist zu beruhigen, sondern auch den Stoffwechsel anzukurbeln. Das entspannt und stärkt den Lebenshunger.

Ayurveda: Wärmende Gewürze für Appetit und Verdauung
Mit bestimmten Gewürzen und Speisen können Sie das Verdauungsfeuer schüren. Würzen Sie daher mit appetitanregenden Gewürzen wie Ingwer, Koriander, Estragon, Basilikum, Curry, Paprika, Chili oder Pfeffer. Denn der Appetit kommt bekanntlich beim Essen - gerade indische Currys eignen sich dafür sehr gut.

Appetitmangel vorbeugen

Ein häufiger Grund für Appetitverlust sind übermässige Belastung und viel Stress mit zu wenig Erholungsphasen. Das lässt sich nicht immer vermeiden, aber mit Achtsamkeit und guten Bewältigungsstrategien können wir stressigen Phasen besser begegnen und somit auch ihre Auswirkungen zum Beispiel auf Verdauung und Appetit verringern.

Warum sich Stress auf die Verdauung auswirkt
Stress kann auf den Magen schlagen und Hungergefühle unterdrücken. Das liegt daran, dass der Körper bei Stress die ganze verfügbare Energie dem Hirn und den Muskeln zur Verfügung stellen will, um schnell auf die wahrgenommene Bedrohung reagieren zu können - beim Höhlenmenschen war das Kampf oder Flucht, und die Gefahr meist relativ schnell wieder vorbei. Heutzutage ist Stress aber meist länger anhaltend, weshalb es dann auch bald belastend auffällt, dass die Verdauung nicht richtig funktioniert. Stress kann dann zum Überessen, aber auch zu Appetitlosigkeit oder Verdauungsbeschwerden führen.

Stress besser begegnen - Verdauung schonen
Mit guten Bewältigungsstrategien und allenfalls pflanzlicher Unterstützung können wir Stress besser begegnen. Wichtig ist die Balance aus Anspannung und Entspannung, und dem Körper genügend Erholungsphasen zu gönnen. Auch die Grundversorgung an Vitaminen und Mineralstoffen sicherzustellen unterstützt den Körper. Stressige Phasen werden dadurch zwar nicht weniger, können aber leichter verdaut werden - im wahrsten Sinne des Wortes. (Link zu Stress Basisseite).

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